Grundlagenschulung zu sozial gerechter Beschaffung in Wernigerode

Im Rahmen der Fairtrade Towns Kampagne veranstaltete die Stadt Wernigerode in Kooperation mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) zusammen mit dem EINE WELT Netzwerk Sachsen-Anhalt e.V. (ENSA) eine Schulung zu nachhaltiger Beschaffung. Dabei lag der Fokus der Veranstaltung auf der sozial verantwortlichen Beschaffung und deren Umsetzung.

Die kommunalen BeschafferInnen von Wernigerode erhielten eine Einführung in das Thema und einen Überblick über die aktuellen rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen. Am Nachmittag wurde zudem die InternetplattforIMG_5249m „Kompass Nachhaltigkeit“ vorgestellt. Auf der Seite erhalten Beschaffungsverantwortliche praxisnahe Informationen und Hilfestellungen, welche konkreten Kriterien hinter Nachhaltigkeitsstandards stehen. Die Plattform soll EinkäuferInnen aus der öffentlichen Beschaffung dabei unterstützen zu erkennen, welche sozialen und ökologischen Aspekte ein Gütezeichen abdeckt, so dass sie einfacher in den Vergabeprozess integriert werden können. Darüber hinaus bietet die Plattform einen Bereich für Kommunen an (Kommunaler Kompass), in dem Praxisbeispiele für Vergaben, Ratsbeschlüsse, Dienstanweisungen und Richtlinien rund um die Faire Beschaffung zu finden sind.

Für die meisten TeilnehmerInnen war die Schulung ein erster Einstieg in das Thema und insbesondere die Vorstellung des „Kompass Nachhaltigkeit“ wurde als hilfreich empfunden. Darüber hinaus war es auch für einige TeilneherInnen neu, dass auch bei Produkten, wie beispielsweise im IT-Bereich auf soziale Kriterien geachtet werden kann. Es wurde jedoch auch angemerkt, dass zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien es wünschenswert wäre, dass die Vorgaben vom Land Sachsen-Anhalt gestärkt und konkreter werden müssten.

Mit dem öffentlichen Einkauf ein Zeichen setzen: Der Wert von öffentlichen Einrichtungen in Deutschland eingekauften Gütern und Dienstleistungen beträgt jährlich zwischen 250 und 480 Milliarden Euro. Mit ihrer Einkaufsmacht können die kommunalen BeschaferInnen daher auf ein starkes Instrument zurückgreifen um ein Zeichen gegen ausbeuterische Arbeit in globalisierten Märkten zu setzen.