Überregionales Vernetzungstreffen der Fairen Kommunen in Mitteldeutschland

Am 14. Juni veranstalGruppenfoto_Vernetzungstreffentete das ENSA in Kooperation mit der Stadt Halle (Saale) ein überregionales Vernetzungstreffen der Fairen Kommunen in Mitteldeutschland. Im historischen Stadthaus am Markplatz trafen sich VertreterInnen von Städten aus Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Niedersachsen und Brandenburg und tauschten Erfahrungen und Ideen zwischen den Fairtrade-Town-Gruppen und Aktiven der Region aus.

Nach einem ersten gegenseitigen Kennenlernen der TeilnehmerInnen gab Ann-Kathrin Voge von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) einen Überblick der Möglichkeiten für den Ausbau und die Verankerung der Fairen Beschaffung in Kommunen. Die SKEW ist das Kompetenzzentrum für kommunale Entwicklungspolitik in Deutschland und bietet umfangreiche Service- und Beratungsangebote für Kommunen. In ihrem Vortrag liefere Frau Voge stichfeste Argumente für die nachhaltige Beschaffung in Kommunen und erläuterte die Umsetzungsmöglichkeiten, die für eine sozial gerechte Beschaffung erforderlich sind. Mittels der Reform des deutschen Vergaberechts im Jahr 2016 haben sich die Möglichkeiten, soziale Kriterien im Beschaffungsprozess zu berücksichtigen, deutlich verbessert. Oftmals bestehen jedoch noch große Unsicherheiten seitens der kommunalen BeschafferInnen. Ein Angebot der SKEW besteht daher darin, Vergabeunterlagen vor Veröffentlichung der Ausschreibung auf die rechtskonforme Einbindung nachhaltiger Kriterien, insbesondere sozialer Vergabekriterien prüfen zu lassen.

Im Anschluss stelle Claudia Fricke, Sprecherin der Fairtrade Town Magdeburg, das Fußballturnier „Magdeburg spielt fair“ vor. Parallel zur Europameisterschaft in 2016 veranstalte die Landeshauptstadt Magdeburg und die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) ein Kleinfeldfußballturnier. Insgesamt traten 14 Freizeitmannschaften bestehend aus Studierenden, Feuerwehrleuten, SozialarbeiterInnen und Flüchtlingen aus aller Welt freundschaftlich gegeneinander an. Gespielt wurde mit fair gehandelten Bällen aus Pakistan und am Spielfeldrand erhielten die BesucherInnen die Gelegenheit, selbst auszuprobieren einen Fußball zu nähen. Nach dem Mittag gab es einen ausführlichen Austausch von Best-Practice-Beispielen und bestehenden Problemen zwischen den TeilnehmerInnen. An Thementischen zu „Nachhaltiger Beschaffung“ und „Arbeit in Steuerungsgruppen“ wurde anschließend gemeinsam kritisch diskutiert und verschiedene Herangehensweisen ausgetauscht.

In dem Vernetzungstreffen wurde deutlich, wie vielfältig sich das Engagement für Fairen Handel in Mitteldeutschland gestaltet. Ein gegenseitiger Austausch und ein Blick über den eigenen Tellerrand haben sich in jedem Fall gelohnt. Im nächsten Jahr wird ein ähnliches Vernetzungstreffen vom EINE WELT Netzwerk Sachsen e.V. in Dresden veranstaltet.